Menschen im Versteck![]() Tapetenwechsel - etwas bleibt immer unterwegs "Sylvia Geists Wort für
ihren poetischen Ort, ihre Stille, ist die ‚Monade’, das unteilbare
Eine oder, wenn wir es anagrammatisch durchspielen, das stetig
Unbehauste, unstet Umherziehende, uralten Pfaden Folgende – der Nomade.
Daher Tapeten-Wechsel, daher entstelltes Meublement, das jegliche
Seßhaftigkeit unmöglich macht: die ihrer Räumlichkeit beraubten Stühle
und unbrauchbar gewordenen Sessel, das als Ablagefläche dienende Bett,
die an den Niederländer M.C. Escher erinnernden Treppen ins Nichts,
natürlich die Wendeltreppe als das häusliche Pendant der schon
erwähnten entfesselten Drehbewegung, die dauernden Fenster, die dann
doch nicht den Blick in die sehnsuchterfüllende Ferne auftun, sondern
nur den verstellten Himmel (...) Diese Räume sind Träume, diese Bilder
sind Rätsel, dieser Tapetenwechsel ist ebenso Enthüllung wie
Verkleidung." (Caroline Hartge) ![]() Entdecker Schneller Enthusiasmus: Scherben genug, Schalen, Schüssel, Teller Kenntnisse, die andere gefunden haben, fundierte Bruchstücke in ungefähr einem Dutzend Geschichten, zu immer weniger Ergebnis zusammenerzählt, je sicherer, desto genauso. Ziegelbruch, höre ich, die Zusage der ältesten Keller einleuchtend zehn sortierten Fingernägeln. | ![]() "In der Ausstellung präsentierte Christine Rohrbach Acrylmalerei, Sylvia Geist Collagen. Während Rohrbachs Arbeiten den Menschen im Versteck der Masse und der Anonymität zeigen, tritt er bei Geist als Individuum auf. Das aber scheint von seiner Vereinzelung aufgesogen zu werden: die Figuren in den z.T. traumartig anmutenden Landschaften sind nur noch als Schattenrisse erkennbar." (aus der Dokumentation der Ausstellung, Region Hannover) ![]() Sicherung Er zeichnet einen Apfel, Flaschen, ein Ei, ausgestorbene Gefäße der Tatsache, die er beim besten Willen nicht mehr weiß, nur erwarb. Er hält Nachtwachen meistens mit Angst und manchmal mit einem Spaten, ein Jäger im Museum der eigenen Spielplätze, des Grundstücks selbst. Beim Türsturz hänge eine nächtliche Form, erklärte er mir, vermutlich schlafe die, seit er sie anschaue, so seien sie entbrannt. Um es zu wagen, müsste man natürlich viel lernen. ![]() |
Nach Gedichten
zum Beispiel:
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solch Schnee und Biß und Augenmolkerei enteisent
(...)
(...)
und zwar.. wir knallen
Limits are
Neu(ver)wertung ist das Motto: Zur
Verwendung kommen "unbrauchbare" Ausschnitte, Abrisse misslungener und
verworfener Arbeiten, "sinnlose" Rückseiten. Auch die Kleberückstände
auf den Untergründen selbst erhalten in diesem Kontext kompositorische
Bedeutung. Es geht an die Grenzen der Materialien Pappe, Papier und
Druckfarbe, es heißt, ihnen auf die Spur zu kommen und Spuren zu vertrauen. Mit Glück - und dass solches hier eine wichtige Rolle spielt, ist vielleicht das beste daran - macht das sich verselbständigende Material ein Bild, das schon fast wieder, nun ja: schön ist. Limits are: jeder kennt sie, jeder hat sie. Es gibt sie immer. Als Begrenzung und als abgrenzenden Schutz. Als Ansporn und ästhetisches Mittel. In der Landschaft. Als Landschaft. Oder wie im Beispielbild rechts: als Gestalt. limits are: shape | |
limits are: landscape



